Diese Ideen haben überzeugt – Unsere Preisträger

Die Jury hat entschieden! Am 27.06.2017 wurden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung in der Paulaner Hauptverwaltung in München die Gewinner des ersten Paulaner Salvator-Preises gekürt. Aus zahlreichen eingereichten Ideen und Projekten konnten die folgenden vier Projekte die Jury am stärksten überzeugen.

 

€ 30.000

Mit einem kleinen Haken München lebenswerter machen

Das kleine Papier am Haken ist ein Zeichen für gesellschaftliche Solidarität und lässt bedürftige Menschen wieder am Alltag teilhaben. Diese Geste öffnet in einer für Arme geschlossenen Gesellschaft eine erste Tür – in beide Richtungen – und wir hoffen auf weitere. „Brot am Haken e.V.“ basiert auf der Tradition des caffé sospeso, des aufgeschobenen Kaffees: Wer in den bei „Brot am Haken e.V.“ teilnehmenden Ladengeschäften einkauft, kann zusätzlich für Bedürftige einkaufen: ein Brot, einen Kaffee, ein Eis,… Der entsprechende Bon wird an das Hakenbrett gehängt. Ein Bedürftiger kann sich diesen Bon nehmen. Die Bedürftigkeit wird bewusst nicht kontrolliert.

€ 10.000

Arbeit für alle: Inklusionsidee für Menschen mit Psychiatrieerfahrung

Allgemein gestaltet sich die Jobsuche auf dem 1. Arbeitsmarkt für Menschen mit psychischer Erkrankung sehr schwierig. Für uns besteht die Ursache darin, dass in der Gesellschaft psychisch Erkrankte stigmatisiert werden und viele Vorurteile herrschen. Diese sollen abgebaut werden, indem wir mit Arbeitgebern kooperieren, den 1. Arbeitsmarkt inklusiver zu gestalten und so eine höhere Flexibilität ermöglichen. Dafür wollen wir eine/n Mitarbeiter/in einstellen, die/der unseren Mitgliedern hilft, auf dem 1. Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Diese/r Mitarbeiter/in soll sich in das Konzept einarbeiten, den Kontakt zu Firmen herstellen, Vorurteile und Stigmata abbauen, ein Netzwerk schaffen, die Mitglieder bei der Bewerbung unterstützen und während der Ausübung des Jobs begleiten. Erfolgreich umgesetzt ist die Idee, wenn der Kontakt zu Firmen auch nach einem Jahr bestehen bleibt, das Konzept sich selbst trägt und Arbeitgeber ein positiveres Bild von psychisch erkrankten Arbeitnehmern entwickeln.

€ 20.000

Politische Partizipation - Workshops von Geflüchteten für Geflüchtete

In einer demokratischen Stadtgesellschaft ist politische Teilhabe ein wichtiger Aspekt, um aktiv teilzunehmen. Für Geflüchtete ist dies mit besonderen Hindernissen verbunden. Sie leben in einem neuen Land, müssen eine neue Sprache erlernen, neue alltägliche Gepflogenheiten kennen lernen. Darüber hinaus ist das politische System oft sehr anders als jenes, welche sie von zu Hause kennen. Unser politisches System mit den verschiedenen Ebenen, Behörden und Zuständigkeiten ist nicht leicht zu durchdringen. Dennoch begegneten wir immer wieder dem Wunsch mehr über das politische Leben zu lernen und zu verstehen. Hier setzt unsere Idee an: Unsere Workshops soll jungen Geflüchteten ermöglichen, Demokratie, Partizipation und Münchner Stadtpolitik besser kennenzulernen. Dabei werden wir die Workshops selbst mit jungen Geflüchteten konzipieren und fördern somit bereits in der Planungsphase Empowerment und Partizipation.

€ 10.000

Die Welt tanzt in München

JUNO bringt geflüchtete Frauen mit Münchner Frauen zusammen. Um auch an Einheimische heranzukommen, die nicht von sich aus zu uns kommen, möchten wir ein Tanzprojekt starten. Hier verbinden wir die bayerische Tanzkultur mit den Tänzen der Heimatländer der Frauen. Eine Kombination, die uns den Zugang zu neuen Münchner Kreisen öffnet. Die Münchner Frauen werden die Flüchtlingsfrauen in bayrische Tänze einführen und vice versa. Aus den verschiedenen Stilen stellen wir eine Choreographie zusammen, die an verschiedenen Örtlichkeiten im Rahmen eines Kennenlernens vorgeführt werden. Das gemeinsame Interesse am Tanzen erleichtert es, ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen. Durch die Begegnung möchten wir Möglichkeiten für ein neues Bewusstsein schaffen, den kulturellen Reichtum durch die Neu-Münchnerinnen für unsere Gesellschaft spürbar machen und aufzeigen, dass es Frauen wie wir sind – mit den gleichen Wünschen und Zielen – bisher nur nicht mit den gleichen Möglichkeiten.